Wie KI mir ermöglicht, wieder zu entwickeln
Eine App entsteht. Zwischen zwei Unternehmen, im Auto, mit einem iPhone und ein paar KI-Tools.
Zwischen TWIST Filmproduktion und dxm arbeiten wir gerade an einer App für Filmproduktionen. Die komplette Entwicklung läuft über KI-Tools. Was das konkret bedeutet, und welche Tools dabei wirklich helfen, zeige ich hier.
Der Anfang: Eine Autofahrt
Martin, mein Kompagnon bei TWIST, kam mit einer Idee auf mich zu. Wir saßen im Auto, und ich habe gesagt: Lass uns das aufnehmen. Das iPhone hat alles mitgeschnitten und automatisch transkribiert.
Das klingt unspektakulär. Ist es aber nicht. Wir haben nicht erst einen Termin gebucht, keine Präsentation vorbereitet, kein Briefing-Dokument geschrieben. Wir haben einfach geredet, und am Ende hatten wir ein Transkript, das alle wesentlichen Anforderungen enthielt.
Strukturierung mit Claude
Das Transkript habe ich in Claude gepackt. Über zwei Wochen habe ich dort die technische Architektur entwickelt, iteriert, diskutiert, verfeinert.
Ich habe einen Hintergrund als Programmierer. Aber über die Jahre bin ich in Leitungsrollen gewachsen, und ich hatte es schlicht lange nicht mehr gemacht. Die Technologie hat mich abgehängt. Sicherheitskonzepte, Architektur, das war noch da. Aber die Umsetzung? Aus der Übung gekommen.
KI schließt diese Lücke. Nicht weil sie für mich entwickelt, sondern weil sie mir ermöglicht, mitzudenken. Ich kann Entscheidungen treffen, die ich vor ein paar Jahren noch hätte delegieren müssen.
Vom Plan zur Umsetzung
Claude hat mir einen strukturierten Entwicklungsplan erstellt. Den habe ich in Cursor geladen und angefangen, Schritt für Schritt umzusetzen. Für Layout-Inspiration nutze ich Gemini.
Die Arbeitsteilung zwischen den Tools ist dabei natürlich entstanden. Claude ist mein Gesprächspartner für Architektur und Planung. Cursor ist meine Entwicklungsumgebung, in der der Code entsteht. Gemini hilft mir, wenn ich schauen will, wie etwas aussehen könnte.
Das sind vier Tools, die ich kombiniere: iPhone für die automatische Transkription, Claude für Strukturierung, Architektur und Entwicklungsplan, Cursor für die Code-Entwicklung und Gemini für die Layout-Analyse.
Was mich das lehrt
KI macht es nicht einfacher, gute Ideen zu haben. Aber sie macht es möglich, Ideen umzusetzen, für die man früher ein ganzes Team gebraucht hätte.
Ich bin kein Junior-Entwickler, der lernt. Ich bin jemand, der aus der Übung war. KI hat mir einen Weg gegeben, produktiv daran zu arbeiten, obwohl diese Lücke da ist. Nicht Magie. Sondern ein Werkzeug, das funktioniert, wenn man weiß, was man will.
Das ist meine Praxiserfahrung aus einem laufenden Projekt. Kein Lehrbuch, kein Gedankenexperiment. Eine App, die gerade entsteht.